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AAC

Abkürzung für Augmentative and Alternative Communication, englisch für Unterstützte Kommunikation (UK). Wörtlich übersetzt "ergänzende" oder "ersetzende" Kommunikation. AAC bzw. UK ist ein Sammelbegriff für alle Kommunikationsformen, die fehlende Lautsprache ergänzen oder ersetzen.  

Da die Ursachen für fehlende Lautsprache sehr unterschiedlich sind und natürlich auch das Alter, die Bedürfnisse und Kompetenzen von Menschen ohne Lautsprache, unterscheiden sich Kommunikationshilfen aus dem UK-Bereich stark. Beispiele für UK-Elemente:

  • Körpereigene Kommunikationsformen (z. B. Blicke, Mimik)
  • Gebärden
  • Nicht elektronische Kommunikationshilfen (Kommunikationstafeln, Symbolkarten etc.)
  • Elektronische Kommunikationshilfen (z. B. sog. "Talker", einfache und komplexe symbol- und schriftbasierte Kommunikationshilfen)

Elektronische Kommunikationshilfen können je nach motorischen Voraussetzungen mit unterschiedlichen Eingabehilfen bedient werden: von der Touch- über die Taster-Bedienung bis hin zur Augensteuerung.

Weitere Infos:

ISAAC - Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V.

AD(H)S

Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Eine der häufigsten Verhaltensstörungen, die bereits im Kindesalter beginnt und durch Probleme in der Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität bedingt ist. Die Bezeichnung soll deutlich machen, dass es sich primär um eine Aufmerksamkeitsstörung handelt und die Hyperaktivität je nach Ausprägung hinzukommen kann oder nicht. 

Weitere Infos:

ADHS Infoportal

Accessibility

Englisch für Zugänglichkeit. Anderer Begriff für Barrierefreiheit. Bezeichnet eine Gestaltung der Umwelt, so dass sie für alle Menschen uneingeschränkt zugänglich ist.

Der Begriff "Accessibility" wird im Deutschen häufig für barrierefreie Informations- und Kommunikationstechnik verwendet und bezeichnet z. B. die barrierefreie Programmierung von Webangeboten, so dass diese für Menschen mit Behinderung uneingeschränkt wahrnehmbar und auch mit unterstützenden Computertechnologien bedienbar sind. 

Weitere Infos:

Einfach für Alle
BITV-Lotse
Meldestelle für digitale Barrieren

Alternative Eingabegeräte/ -technologien

Als Eingabegeräte bezeichnet man Technologien für die Steuerung und Bedienung von Informations- und Kommunikationstechnologien, z. B. Maus, Tastatur, Touch-Pad, Touch-Oberfläche etc. Alternative Eingabegeräte sind Technologien, die Menschen den Zugang zu und die Bedienung von Computer und Internet ermöglichen, die "herkömmliche" Eingabetechnologien aufgrund einer Behinderung nicht oder nur schwer bedienen können.

Beispiele sind Taster, Mund-, Kopf oder Fußmaus, Augensteuerung, Bildschirmtastaturen, sonstige Spezial-Mäuse und -Tastaturen.

ALS

Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose. Bei der ALS handelt es sich um eine Erkrankung, die die Nervenzellen befällt. Es treten Muskelschwäche, Muskelschwund, Muskelzucken sowie Muskelkrämpfe auf. Der Verlust des zentralen Neurons führt zu Muskelsteife, Muskelverspannungen und Muskelschwäche. Durch die Lähmungen der Muskulatur kommt es unter anderem zu Gang-, Sprech- und Schluckstörungen, eingeschränkter Koordination und Schwäche der Arm- und Handmuskulatur und dadurch zu einer zunehmenden Einschränkung bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Die Amyotrophe Lateralsklerose ist nicht heilbar.

Weitere Infos:

Infos über ALS

Android

Betriebssystem für mobile Geräte (Smartphones, Tablets etc.) von Google. Android basiert auf Linux und ist eine freie Software, die quelloffen entwickelt wird. 

Aphasie

Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die nach einer Schädigung der linken Gehirnhälfte auftreten kann. Mögliche Ursachen: Schlaganfall, Hirnblutungen, Hirntumore, entzündliche Prozesse oder Schädel-Hirn-Verletzungen. Aphasie ist ein medizinischer Fachbegriff und bedeutet so viel wie "Verlust der Sprache".

Bei absehbaren Sprachverlust (z. B. durch eine Krankheit) gibt es die Möglichkeit, die eigene Stimme zu digitalisieren und später mittels Sprechcomputer mit der "eigenen Stimme" zu kommunizieren.

Weitere Infos:

Bundesverband Aphasie e. V.
Meine eigene Stimme - Verständigung mit der eigenen Stimme trotz Sprechverlust

App

Abkürzung für "Application", englisch für "Anwendungsprogramm". Der Begriff wird fast ausschließlich für Software auf Mobil-Geräten wie Smartphones und Tablets verwendet. Apps können (kostenpflichtig oder kostenlos) in sogenannten "App-Stores", wie z. B. iTunes oder Google Play, heruntergeladen werden.

Apple

US-amerikanisches Unternehmen, das Computer und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware herstellt. Insbesondere mobile Apple-Produkte wie das iPhone und das iPad sind auch bei Menschen mit Behinderung sehr beliebt, da Apple-Geräte "von Haus aus" sehr barrierefrei sind und mit einer Vielzahl von Apps in oft guter Qualität an individuelle Bedürfnisse angepasst werden können. 

Weitere Infos:

Übersicht über Bedienungshilfen in Apple-Geräten

Augensteuerung

Augensteuerungssysteme basieren auf Eye-Tracking-Verfahren (Blickverfolgung), die ursprünglich für (Markt-) Forschungszwecke entwickelt wurden. Durch die Erfassung der Blickrichtung der Augen können Funktionen gesteuert werden, z. B. Computer und Internet, Umfeldkontrollsysteme sowie elektronische Kommunikationshilfen. So können auch Menschen IKT bedienen bzw. kommunizieren, die aufgrund der Schwere ihrer Einschränkung bislang davon ausgeschlossen waren (z. B. mit ALS, Multipler Sklerose, Muskelsschwäche, Locked-In Syndrom, hoher Querschnittslähmung oder ausgeprägter Spastik).

Weitere Infos:

EyeTrack4All - Kooperationsprojekt zur Entwicklung neuer Blickverfolgungs-Verfahren für die augengesteuerte Unterstützte Kommunikation

Autismus/ Autismus-Spektrums-Störung (ASS)

Angeborene Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht bzw. angeborener abweichender Informationsverarbeitungsmodus, der sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensweisen und Stärken bei Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz zeigt.

Es gibt sehr unterschiedliche Ausprägungsformen von Autismus: man unterscheidet zwischen frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom) und Asperger-Autismus. Einige Autisten können nicht sprechen und sind geistig behindert, andere dagegen in bestimmten Bereichen hochbegabt. Die Übergänge sind fließend, so dass man auch auch von Autismus-Spektrums-Störung (ASS) spricht.

Unterstützende Technologien für Menschen mit Autismus können Lernsoftware zum Thema Gefühle und soziale Abläufe sein oder elektronische Kommunikationshilfen. Ziel ist, Emotionen und non-verbale Signale besser zu deuten und das Verständnis für soziale Abläufe zu verbessern sowie Menschen mit Autismus zu fördern, gezielt zu kommunizieren und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Weitere Infos:

Bundesverband Autismus e. V.
Autismus-Kultur

Autoklick

Automatisches Auslösen des Mausklicks nach einer kurzen Verweildauer des Mauszeigers über einem Element. Sehr hilfreich für Menschen mit motorischen Behinderungen, die in der Lage sind, einen Mauszeiger zu verschieben, aber nicht die Kraft haben, einen Mausklick auf einer "herkömmlichen" Maustaste auszulösen.