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Keine Chance dem Mausarm: RSI-Experte Clemens Conrad im Gespräch 

Clemens Conrad beim RSI-WorkshopKribbeln und diffuse Taubheitsgefühle in Handgelenk, Arm und Schulter - was viele für eine unangenehme Begleiterscheinung eines langen Arbeitstags am Computer halten, kann richtig schmerzhaft werden. Im schlimmsten Fall wird aus dem harmlos klingenden Mausarm ein chronisches RSI-Syndrom, das bis zur Berufsunfähigkeit führen kann. Ursache des hierzulande - im Gegensatz zu Ländern wie den USA - auch bei medizinischem Fachpersonal noch (zu) wenig be- und vor allem anerkannten Syndroms sind zigfach wiederholte, immer gleiche Bewegungen (betroffen sind daher auch andere Berufsgruppen, wie Fließbandarbeiter, Kassierer, Gebärdendolmetscher, Musiker…) unter oft unergonomischen Arbeitsbedingungen. Logisch, dass dies für den Körper langfristig nicht ohne Folgen bleiben kann!

Dabei ließe sich RSI mit einfachen Mitteln vermeiden. An erster Stelle steht die ergonomische Einrichtung des Arbeitsplatzes inklusive einer kritischen Selbstüberprüfung der eigenen Arbeitshaltung. Dazu gehört u. a. die richtige Schreibtisch- und Stuhlhöhe, die korrekte Ausrichtung von Bildschirm, Tastatur und anderen Eingabegeräten. Wer viel und vor allem lange am Computer arbeitet (d. h. mehr als 4 Stunden/ Tag) oder bereits erste Anzeichen von RSI verspürt, sollte die Anschaffung von ergonomischen Eingabetechnologien erwägen. Aber auch einfache Maßnahmen wie Lockerungs- und Dehnungsübungen für Hände, Arme und Schultern und das Warmhalten der Handgelenke (langärmelige Kleidung, Wechselbäder...) können schon viel dazu beitragen, dass der Mausarm erst gar keine Chance erhält. Das wichtigste: immer wieder kleine Pausen einhalten (Perfektionisten und Workaholics sind besonders gefährdet!) und statt einer E-Mail zur Abwechslung mal auf ein persönliches Gespräch zum Büronachbarn gehen - die Mischung macht's!

Diese und viele weitere Tipps versammelt Clemens Conrad übersichtlich und leicht lesbar auf seiner Webseite www.repetitive-strain-injury.de. Der RSI-Experte in eigener Sache weiß aus leidvoller Erfahrung, welche gravierenden Einschränkungen RSI mit sich bringt:

"Jahrelange Arbeit am Computer kann nicht nur zu einer (vorübergehenden) Berufsunfähigkeit führen, auch eine Selbstversorgung ist im Extremfall nicht mehr möglich. […] Ein ausgeprägtes RSI-Syndrom verursacht oft dauerhafte Schmerzen, trägt zu Schlafstörungen bei und schränkt die Nutzung der Hände erheblich ein: Es ist dann schwierig bis unmöglich, länger als ein paar Minuten am Computer zu arbeiten, einen normalen Stift zum Schreiben in der Hand zu halten, Getränkeflaschen aufzudrehen, ein Stück Fleisch mit Messer und Gabel zu schneiden, Autozufahren, Einzukaufen usw."

Einig ist sich Clemens Conrad mit Christian Hille von barrierefrei kommunizieren!, der seit Jahren im Rahmen des Computerarbeitsplatz-Testzentrums Menschen mit chronischen Einschränkungen des Bewegungsapparats zu alternativen Eingabetechnologien wie zum Beispiel Spracherkennung, Spezialtastaturen und -mäuse berät, dass Vermeidung weit leichter und kostengünstiger wäre, als die Behandlung eines chronischen RSI-Syndroms. Im Rahmen eines Arbeitstreffens bei barrierefrei kommunizieren! am 19.02.2010 wurden die Eckpfeiler einer zukünftigen Kooperationskampagne beraten. Eine "Kostprobe" erhielten anwesende Logopädie-Auszubildende, die Conrad in einem Spontan-Workshop über die Dimensionen von RSI in einer digitalen Gesellschaft überzeugte, in der bereits Jugendliche - aufgrund jahrelanger Handy- und Konsolennutzung - betroffen sind.

Das RSI-Präventions- und Behandlungsprogramm von Clemens Conrad gibt es auch als Buch: Clemens Conrad: RSI-Syndrom, Mausarm, Tennisarm – Erfahrungsbericht und BehandlungshinweiseMünster 2009, ISBN: 978-3865829146. Die Online-Bestellung ist versandkostenfrei!

Wer mit alternativen Eingabe- und Steuerungstechnologien Entlastung schaffen will, findet in der Online-Datenbank vo barrierefrei kommunizieren! viele nützliche Produktinfos: www.barrierefrei-kommunizieren.de/datenbank (Kategorie: "Bewegungseinschränkung")